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Vogeluhr

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Die Zeit ist nicht nur eine Hamburger Wochenzeitung, sondern vielmehr auch eine physikalische Größe, die unser gesamtes Leben bestimmt. Während des Bio-Studiums hat man bei jedem Praktikum und in fast jeder Vorlesung mit ihr als Formelzeichen (t) oder ihrer SI-Einheit Sekunde (s) zu tun. Und das man die Zeit nicht nur mit Stoppuhren messen kann, weiß jedes Kind, und auch die Natur bietet diesbezüglich eine ganze Menge Orientierungshilfen. Sicherlich nicht so präzise wie eine Atomuhr, aber für Survival- und Naturfreunde, nächtliche Besucher von Natur- und Waldlehrpfaden dürfte das durchaus reichen. Auch den Ornithologen hilft sie beim Bestimmen der Vogelgesänge.

Gemeint ist natürlich die Vogeluhr bei der mit Hilfe der Vogelgesänge die aktuelle Uhrzeit bestimmt werden kann. Das funktioniert auf der Grundlage der unterschiedlichen Startzeiten der Vogelgesänge in den frühen Morgenstunden. Der Grad der Morgendämmerung ist dabei der artspezifische Weckreiz. Und hier liegt auch schon die Ungenauigkeit, denn alles richtet sich nach dem Sonnenaufgang, der je nach Kalendertag und geographischem Ort verschieden ist. Allerdings ist die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des Vogelgesangs und dem Sonnenaufgang immer und überall gleich.

Einige praktische Beispiele:

Vogeluhr

Vogeluhr heimischer Vögel

Die Grafik zeigt, wann die Vögel im dem täglichen Gesang beginnen und auch in welchen Monaten sie überhaupt singen. Die Zeitangaben sind natürlich nicht absolut und es kann problemlos zu Verschiebungen von bis zu 30 Minuten und mehr kommen, je nach Wetterlage und Habitatgegebenheiten. Unter Laborbedingungen aber sind die Tiere extrem pünktlich.

Die Vögel singen aber natürlich nicht den ganzen Tag über, sondern stellen ihren Gesang vormittags in etwa derselben Reihenfolge wieder ein in der sie begonnen haben. Und abends beginnt das ganze Spiel wieder von vorn. Auch hier wieder durch die Dämmerung bzw. den Grad der Sonnen-/Lichteinstrahlung gesteuert.

Nachtrag: Warum singen Vögel überhaupt? Die Männchen singen um ihr Revier abzugrenzen und natürlich um Weibchen anzulocken. Und da es, wenn alle gleichzeitig singen, recht schwer ist alle Vogelstimmen auseinander zu halten und zu lokalisieren, haben sich die unterschiedlichen Anfangszeiten als vorteilhaft erwiesen und im Laufe der Zeit auch durchgesetzt.

Nachtrag Nr. 2: Wer sich verschiedene Vogelstimmen einmal anhören möchte, der kann natürlich vor die Tür gehen und sich an den Gesängen erfreuen. Eine Alternative (für Regentage oder akuter Unlust auf frische Luft) wäre die Vogelstimmenseite auf Biologie-Wissen.info.

Nachtrag Nr. 3: Wer sich nicht sicher ist, welchen Vogel er da gerade sieht, dem habe ich hier mal die, meiner Meinung nach, besten Bücher zum Vögelbestimmen zusammengestellt.

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Kommentare und Anmerkungen

  • Biologie-Wissen.info
    am 16. März 2010, 10:10 Uhr:

    Die Vogeluhr ist online…

    … Sie orientiert sich an den unterschiedlichen Startzeiten der Vogelgesänge in den frühen Morgenstunden, wobei der Grad der Morgendämmerung der artspezifische Weckreiz …

  • Biologie-Wissen.info
    am 16. März 2010, 10:21 Uhr:

    Ornithologie – Vögel beobachten…

    Da die Ornitologie ist nicht nur für Biologien ein spannendes Feld, sonderen gerade auch für Kinder. Muntereres Vogelstimmenraten oder den Vogel den man hört im Getrüpp suchen. Eine schöner und relativ einfacher Einstieg in das Naturerlebnis, und wenn …

  • Klaus
    am 24. April 2010, 07:01 Uhr:

    Abends ist die Vogeluhr aber nicht das Wahre, bzw. funktioniert gar nicht. Viele Vögel singen dann meist nicht mehr, nur die üblichen Verdächtigen wie Amsel, Nachtigall, Zilpzalp und die Meisenarten, aber die halten sich nicht an Uhrzeiten, sondern singen die ganze Zeit und oftmals ist auch, gleich nachdem die Sonne weg ist, Ruhe in Feld und Flur. Dorfhunde einmal ausgenommen ;-)

  • Anja
    am 15. Mai 2010, 20:38 Uhr:

    Alles schön und gut, aber wie lehrnt man die verschiedenen Vogelstimmen? Wenn man sich CDs mit Vogelstimmen anhört, dann klingen die doch immer anders als das was man in der Natur tatsächlich hört. Gibt es da irgendwie einen Trick oder Tipp?

  • Caro
    am 19. Mai 2010, 11:29 Uhr:

    Das Problem ist, dass die Tiere ja auch nicht immer das selbe singen. Sicherlich, die Männchen haben den Revier oder Balzgsang, der recht einheitlich ist, aber die ganzen Soziallaute sind eher selten auf den CDs mit angegeben. Hier hilftnur Übung und auf Ähnlichkeiten achten, bzw. versuchen den singenden Vogel selbst zu entdecken. Dann sieht man ja, was das für einer ist. Man kann natürlich auch bei geführten Touren mitgehen und versuchen so mehr zu lernen. Wichtig ist allerdings, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen, dafür ist das bewusste hören für die meisten von uns einfach zu anstrengend.

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