
Das Bewerten sowie das Erstellen von Tests und Klassenarbeiten ist für alle Beteiligten ein sensibles Thema und kann schnell zu Frust auf beiden Seiten führen. Ein zentraler Ansatz, um dem vorzubeugen, ist Transparenz: Lernziele, Aufgabenformate und Bewertungskriterien sollten frühzeitig und klar kommuniziert werden. Schülerinnen und Schüler müssen wissen:
- was sie können sollen (Lernziele),
- wie sie ihr Wissen zeigen sollen (Aufgabenformate), und
- woran ihre Leistung gemessen wird (Bewertungskriterien).
Ein typischer Fehler von Referendarinnen und Referendaren ist es, Aufgaben zu stellen, die im Unterricht so nicht geübt wurden oder deren Operatoren nicht geklärt sind. Das führt fast zwangsläufig zu Frustration – auf beiden Seiten
Stress vermeiden durch gute Planung
In der Praxis gibt es unterschiedliche Herangehensweisen bei der Erstellung von Klassenarbeiten:
Einige Lehrkräfte entwickeln die Klassenarbeit bereits zu Beginn einer Unterrichtseinheit. Der Vorteil liegt darin, dass die inhaltlichen Schwerpunkte von Anfang an klar sind und der Unterricht gezielt darauf ausgerichtet werden kann. Auch die Lernenden profitieren davon, da sie wissen, worauf sie hinarbeiten.
Andere erstellen die Klassenarbeit erst am Ende der Einheit. So können sie berücksichtigen, welche Inhalte tatsächlich behandelt wurden und wo im Unterricht gegebenenfalls Anpassungen nötig waren. Das ermöglicht eine realitätsnahe und passgenaue Leistungsüberprüfung.
Beide Wege sind sinnvoll und letztendlich Geschmackssache – entscheidend ist, dass die Anforderungen am Ende mit dem Unterricht übereinstimmen und für die Lernenden nachvollziehbar sind.
Typischer Anfängerfehler:
Die Arbeit wird „irgendwann zwischendurch“ oder „auf den letzten Drücker“ erstellt – ohne klare Anbindung an Lernziele oder tatsächlichen Unterricht. Das führt oft zu:
- zu langen Arbeiten (Aufgabenmenge und Zeit passen nicht zusammen)
- unklaren Anforderungen
- unfairer Schwerpunktsetzung
Sinnvoll üben
Klassenarbeiten übt man am besten mit klassenarbeitsähnlichen Aufgabenformaten. Bewährt haben sich dabei:
- das Bearbeiten von Beispiel- oder früheren Klassenarbeiten (unter realistischen Bedingungen),
- das gemeinsame Besprechen und Auswerten von Lösungen,
- sowie das Bereitstellen von Übungsmaterialien mit Erwartungshorizont.
Gerade letzteres unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, selbstständig und zielgerichtet zu üben und ein besseres Verständnis für Anforderungen und Bewertung zu entwickeln.
typischer Fehler im Referendariat:
Es werden Übungsaufgaben verteilt, aber nie gemeinsam ausgewertet.
→ Die Lernenden wissen dann zwar, was drankommen könnte, aber nicht, wie gut ihre Antworten sein müssen.
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- yamu_jay-ai-generated-9214143: kp yamu Jayanath auf Pixabay
