Das hilft dir im Referendariat wirklich

Für das Referendariat gibt es unzählige Bücher, Beiträge, Listen und Tipps, die dir das Leben erleichtern sollen. Davon habe ich vor und während des Refs natürlich auch einige gelesen und sie haben mir sicherlich auch geholfen. Trotzdem gab es einige Sachen, die nirgends standen und die ich gerne vorher gewusst hätte.

Der erste und ALLERWICHTIGSTE Tipp ist: Du bist Anfänger oder Anfängerin. Es ist völlig okay, wenn du etwas noch nicht kannst!

Diese Erkenntnis kam leider erst spät im Refernadariat, beinahe zu spät. Viele schlaflose Nächte wären erspart geblieben, und müde arbeitet man nicht besser, ganz im Gegenteil. Aber wie die meisten von uns wollte ich immer alles richtig machen. Vor allem, wenn die Mentorin, die Fachleitung oder die Studienleiter hinten mit in der Klasse saßen, aber das ist nahezu unmöglich im Ref, denn auch als Lehrkraft mit super viel Erfahrung macht man noch Fehler und das ist vollkommen ok, denn wir sind Menschen

Weg mit dem Perfektionismus!

Vor allem zu Beginn kann nicht jede Stunde lange und tief durchdachte und exzellent geplant Stunde sein. Das dauert für eine 45-Minuten-Stunde mehrere Zeitstunden und der Tag hat nur 24 Stunden. Das kann nicht funktionieren! Wichtig ist ein solider Grundaufbau und dann nach und nach schön machen!. Die Stunden müssen in der Regel eh noch einmal an die jeweilige Lerngruppe angepasst werden.

Noch ein paar Tipps, die mir enorm geholfen haben.

  1. Beziehungsarbeit – hierfür viel Zeit einplanen, lerne die Kinder kennen und höre ihnen zu. Frage nach, wenn sie etwas erzählen. Überlege dir aber auch genau, was du den Kindern erzählen magst und was nicht.
  2. Bedürfnisse der Kinder achten – Sind die Kinder unruhig, frag nach was sie brauchen, um wieder ruhig arbeiten zu können. Oft reicht dann schon ruhige Musik oder Bewegung o.ä. Also kann man ihnen ruhige Musik via Kopfhörer erlauben, oder macht ein kurzes (2 Minuten) Bewegungsspielchen. Das stärkt nicht nur die Beziehung zur Klasse, weil sie die SuS ernst genommen und respektiert fühlen, sondern auch die Lernatmosphäre. (Die gute Beziehung zu den SuS kann auch so manche Panne bei Unterrichtsbesuchen retten)
  3. Nutze das Lehrbuch – keines ist perfekt oder erfüllt alle Anforderungen und Wünsche, aber sie werden immer besser und helfen enorm das riesige Arbeitspensum überhaupt zu schaffen. Und der Lernerfolg hängt nicht von tollen Arbeitsblättern und selbsterstellten Materialien ab, sondern von einem klaren, übersichtlichen Stundenverlauf und verständlichen Erklärungen sowie ausreichend individuelle Übungszeit. (Tipp: in vielen Lehrerhandbüchern oder Verlagswebseiten sehen Jahrespläne, Unterrichtseinheiten oder ganze Stundenverlaufspläne, auch hier kann man viel Zeit einsparen.)
  4. Weniger ist mehr!  – Lieber weniger Material und Methoden pro Stunde, dafür klar und strukturiert. Methoden und Materialien sind nur Mittel zum Zweck. Es gibt viele tolle Plattformen, die viel tolles Material anbieten, aber bei vielen Materialien geht es nicht um den Stoff, sondern um die schicken, bunten Materialien (die gekauft werden sollen)
  5. Jedes Ergebnis sichern – Was die Kinder nicht im Heft haben, haben sie meist auch nicht im Kopf. Vieles lernt sich in der Stunde so nebenbei, aber wenn es dann für einen Test oder die Klassenarbeit benötigt wird, ist es weg, weil es eben noch nicht gefestigt ist. Und die allermeisten Schüler:innen lernen mit dem Hefter und nicht mit dem Lehrbuch.

Es gibt noch viele weitere Tipps, die den Einstieg in das Berufsleben als Lehrkraft erleichtern. Schreibt gerne in die Kommentare, was euch geholfen hat.


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2 Anmerkungen zu “Das hilft dir im Referendariat wirklich

  • 12. September 2023 um 08:28 Uhr
    Permalink

    Lass dir nicht alles gefallen!
    Das ist super schwer, weil man neu ist, alles richtig machen will, sich nicht traut. ABER auch wir haben Rechte und dafür muss man einstehen und wenn es Probleme mit der Mentorin oder dem Mentor, der Schulleitung, Studienleitung, Fachleitung oder dem Schulamt gibt, dann müssen die geklärt werden.
    Holt euch Hilfe. Die Gewerkschaften helfen, der örtliche Personalrat sollte auch helfen. Lasst euch nicht unterkriegen.
    Viele Grüße Christian

    Antworten
  • 6. Juni 2023 um 23:24 Uhr
    Permalink

    Gute Planung, nur einen Kalender für alles und darin mehrere Farben, um zwischen Seminaren, Stundenvorbereitung, Lehrproben, Hausarbeit, Schulterminen, allen möglichen Fristen und den Korrekturen den Überblick zu behalten.

    LG Bettina

    Antworten

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