Theorien zum Artensterben und der Fossilenbildung
In der langen Geschichte der Erde gab es nie einen Stillstand, immer
veränderten sich die Lebensbedingungen und mit ihnen natürlich auch die
Lebewesen. Immer neue Tier- und Pflanzenarten entstehen, während andere
aussterben.
Eine wissenschaftliche Definition der "lebenden Fossilien" gibt es nicht,
aber im allgemeinen werden sie beschrieben als Lebewesen, die seit
Jahrmillionen nahezu unverändert existieren. Zu ihnen zählen unter anderem die Quastenflosser (Coelacanthiformes),
die Perlboote/Nautilus (Nautilidae), die Pfeilschwanzkrebse (Limulidae), die
Urzeitkrebse (Triops cancriformis) das
Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus), der Kurzohr-Rüsselspringer (Macroscelides
proboscideus) oder der Ginko (Ginkgo biloba).
Auch die Mammutbäume von denen zwei, ein Riesen-Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum
oder auch Sequoia gigantea)
und ein Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) auch
im Rostocker Zoo (Eingang Trotzenburg) zu bewundern sind.
Überblick der Erdzeitalter.
Die geologischen Theorien
Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war die biblische
Schöpfungsgeschichte allgemein anerkannt und man bestritt die Wechsel, also
das Auftauchen und Verschwinden, von Fossilien in geologischen Schichten oder
konnte sie nur
durch Katastrophen erklären. Das bekannteste Beispiel für eine solche erdumspannende Katastrophe ist die Sintflut.
Die fünf Haupttheorien zum Artensterben sind unter
den Begriffen Katastrophismus,
Neptunismus, Plutonismus (Vulkanismus),
Aktualismus und Neokatastrophismus bekannt.
Neptunismus
Der Freiburger Mineralogieprofessor
Abraham G. Werner (1749-1817) war der Meinung, dass alle Gesteine die Ablagerung aus einem großen Meer seien. Laut dieser veralterten Theorie
entstand alles Land
aus Ozeanen, deren Sedimente sich zu Gesteinen der Erdrinde ablagerten.
Vulkanische Ereignisse hielt er für temporäre Erscheinungen. Diese These wurde von Alexander von
Humboldt, der nachweisen konnte, das Porphyr und Basalt vulkanischen
Ursprungs sind, widerlegt.
Plutonismus/Vulkanismus
Zusammenfassende Beschreibung für die Gestaltung der Erdoberfläche durch
Magmabewegungen im Inneren der Erde. Nach dieser veralteten Lehre von James Hutton (1726-1797) sind die irdischen Gesteine überwiegend magmischen Ursprungs und
prägten durch Vulkanausbrüche oder anderes Aufdringen und Erstarren das Bild der
Erdoberfläche. Der Plutonismus ist der Gegensatz zum Neptunismus.
Katastrophismus (Kataklysmentheorie)
Georges Cuvier (1769-1832) entwickelte die Theorie, dass plötzliche und vor
allem große Naturkatastrophen und nachfolgende Neuschöpfung das Aussehen der Erde prägten
und die Wechsel bei Faunen und Floren bewirkte. Diese Theorie konnte die
biblische Sintflut erklären und wurde im 18. und 19. Jahrhundert unter anderem
von G. W. Leipniz oder J. Woodward vertreten.
Aktualismus
Theorie, die von deutschen Gelehrten Karl E. A. Hoff und dem englischen
Geologen Charles Lyell (1797-1875) dem Katastrophismus von Cuvier
entgegenstellten. Ihrer Meinung nach, kann man die erdgeschichtlichen
Veränderungen statt mit Katastrophen auch durch riesige Zeiträume (Millionen von
Jahren) für die Erdgeschichte erklären, wenn man annimmt, dass auf der Erde in
der Vergangenheit die selben naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten galten, die heute beobachtet
werden können.
Neokatastrophismus
Von Wissenschaftlern der Gegenwart neu aufgelegter Katastrophismus. Diese
Wissenschaftler geben als kräftigstes Beispiel den Meteoriteneinschlag von 65
Millionen Jahren an, der vermutlich zum Aussterben der Dinosaurier und Ammoniten
führte.
Quellen:
- Haubold, Hartmut, Daber, Rudolf [Hrsg.]: Fachlexikon abc Fossilien, Minerale und geologische Begriffe.
Frankfurt/Main 1989.
- Kleesattel, Walter: Die Welt der lebenden Fossilien. Eine Reise in die Urzeit.
Darmstadt 2001.
- Murawski, Hans: Geologisches Wörterbuch. Stuttgart 1992.
- Raum, Bernd; Schmidt, Gerd-Dietrich [Hrsg.]: Fossilien. Lehrbuch für den
Lernbereich Naturwissenschaften. (Natur - Mensch - Technik). Berlin 2001.
- Urlichs, Max; Ziegler, Bernhard: Farbatlas Fossilien. Stuttgart 2003.
- Ward, Peter Douglas: Der lange Atem des Nautilus oder Warum lebende Fossilien
noch leben. Heidelberg [u. a.] 1993.
- Zoo Rostock [Hrsg.]: Ein vielfältiger Garten. Der grüne Zooführer. Rostock
2003.
-
Brockhaus Enzyklopädie in 30 Bänden. Leipzig [u. a.] 2006.
-
www.mineralienatlas.de
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