Watussirind (Bos primigenius taurus)
Die Watussirinder werden von den in Ruanda und Burundi lebenden Tutsi (alter Name: Watussi) aus den nilotischen Langhornrindern und den Buckelrindern (Zebus) gezüchtet. Allerdings nicht mit dem Ziel der Fleisch oder Milchproduktion, sondern auf Gehörngröße: Je größer die Hörner, desto wertvoller das Tier und desto bedeutender der Züchter/Besitzer. Die Hörner können bis zu 1,2 Metern lang werden und eine Spannweite von 2 Metern erreichen.
Im englischen Sprachraum wird diese Rinderart auch Ankole oder Ankole-Watusi genannt.

Watussirind (Bos primigenius taurus)
Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Bovinae
Tribus: Rinder (Bovini)
Gattung: Eigentliche Rinder (Bos)
Art: Wildrind (Bos primigenius)
Verbreitung
Die Watussi-Rinder findet man vorwiegend in den Savannen und im Grasland Ost- und Südostafrikas, wobei die traditionellen Züchter des Watussirindes die in die in Ruanda und Burundi lebenden Tutsi sind.
Körperbau
Da das Watussirind nicht zur Fleischproduktion gezüchtet wird, erreichen die Kühe “nur” ein Gewicht von 300 bis 400 kg, während die Bullen bis zu 600 kg wiegen können. Dabei erreichen sie eine Körperlänge von 1,6 m bei einer Schulterhöhe von etwa 1,25 m.
Ernährung
Wie alle Rinder sind auch die Watussirinder Wiederkäuer und nutzen ihre Nahrung (wie Schafe, Ziegen oder Kamele) aber durch die vier Mägen (Pansen, Netzmagen, Blättermagen, Labmagen) und das zweite Kauen deutliche besser als andere Pflanzenfresser wie Pferde oder Elefanten.
Fortpflanzung
Watussi-Rinder können sich das ganze Jahr über fortpflanzen und nach einer Tragzeit von rund 290 Tagen bringt das Weibchen dann ein Junges zur Welt.
Besonderheiten & Verschiedenes
- das nilotische Hirtenvolk der Watussi (heute Tutsi) im Zentralafrikanischen Seengebiet züchtet diese extrem langhörnigen Rinder aus kultischen Zwecken [nilotisch = Völker im oberen Nilgebiet und in den Savannen Ostafrikas]
- wurden aus den ägyptischen Langhornrindern und Zebu-Rindern gezüchtet. Die Zebus sind heute in Indien heilig.
- Gegessen werden das Watussirind nicht, sondern als Statussymbol bzw. Zahlungsmittel oder Mitgift verwendet.
- In Ruanda gehören die Tiere mit den größten Hörnern dem König, Clanchef oder Stammesführer und werden als heilige Tiere behandelt, daher wird
- außer der Milch, wird nur das frische Blut genossen, welches durch Aderlass an der Halsvene gewonnen wird.
- Der Kot wird ebenfalls häufig als Brennmaterial verwendet und ist erstaunlich raucharm. Der Urin wird gerüchteweise als Hautpflegemittel verwendet.
- Sie können sehr gut mit schlechtem Futter oder sehr geringen Futter- und Wassermengen umgehen, daher sind sie als Züchtungen inzwischen fast überall (Europa, Nord und Süd Amerika, Australien) zu finden.
- Die Hörner sind mit wabenartigem Blutgefäßen durchzogen, die zur Thermoregulation der Körpertemperatur dienen (ähnlich wie bei den Elefantenohren).
- Die Hörner haben nicht nur eine beachtliche Länge (wie oben bereits erwähnt, können sie bis deutlich über 100 cm lang werden) sondern auch einen enormen Umfang von bis zu 50 cm an der Basis.
- Während des Tages werden die Kälber von den Müttern und Tanten betreut, während der Nacht schlafen sie in der Mitte der Herde, die sie mit nach aßen gerichteten Hörnern vor Fressfeinden beschützt.
- Die Lebenserwartung liegt bei rund 25 Jahren.
Quellen
- Mitarbeiter der Zoos Rostock , Wuppertal und vom Serengeti-Park Hodenhagen
- Grzimek, Bernhard (Hg.): Grzimeks Tierleben. Säugetiere, Bd. 3. (Enzyklopädie des Tierreichs in 13 Bänden) München 1993.
- Nowak, Ronald M.: Walker’s Mammals of the World, Bd. 2. Baltimore [u.a.] 1999.
- http://tierdoku.com/index.php?title=Ankolerind
- http://en.wikipedia.org/wiki/Ankole-Watusi_%28cattle%29
Ähnliche Beiträge:
- Berberaffen (Macaca sylvanus)
Verbreitung Berberaffen leben als einzige Makakengattung nicht in Asien, sondern in den Höhenlagen v - kleines Lexikon der Speisefische
[caption id="attachment_3357" align="alignright" width="300" caption="Speisefische beim Fischhändler - Löwe (Panthera leo)
Verbreitung Ursprünglich waren Löwen in ganz Afrika über Vorderasien bis nach Indien verbreitet. Heu - Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)
Das größte Landsäugetier, der Afrikanische Elefant, in Stichworten. Neben den "üblichen" Information - Rekorde der Tierwelt
Viele Tiere entsprechen nur bedingt dem traditionellen Tierbild des kleinen putzigen Lebensgefährten


(2 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)





Kommentare und Anmerkungen
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.
Kommentar hinzufügen