Löwe (Panthera leo)
Verbreitung
Ursprünglich waren Löwen in ganz Afrika über Vorderasien bis nach Indien verbreitet. Heute leben sie in Afrika südlich der Sahara sowie in einem Naturschutzgebiet auf der indischen Halbinsel Kathiawar.
Lebensraum
Savanne, Buschland. In Indien auch im lichten Wald. In den Bergen Afrikas findet man sie bis in 4000m Höhe.
Entwicklung
Löwen sind nach den Tigern die zweitgrößten Großkatzen. Sie entstammen einer gemeinsamen Linie mit dem Tiger und sind mit Leoparden und Jaguaren eng verwandt. Noch heute sind Tiger und Löwen paarungsfähig und bringen zum Teil sogar fortpflanzungsfähige Nachkommen zur Welt. Die ursprüngliche Heimat ist Afrika, Südeuropa und der Nahe Osten, während der Späteiszeit verdriftete die Ursprungsart und es entwickelte sich im Westen der “Höhlenlöwentyp” und im Osten der Tiger. In Afrika kommen daher keine Tiger vor, dafür aber Rest einer Löwenpopulation in einem Schutzgebiet in Indien. Löwen und Tiger leben normalerweise in unterschiedlichen Biotopen, Löwen findet man typischerweise in Steppenregionen, Tiger in Dschungelgebieten.

Löwen
Ernährung
Zebras, Büffel, Gnus, Warzenschweine und Antilopen, in Zeiten extremer Nahrungsknappheit werden auch Kleinsäuger (Hasen, etc.), Vögel oder sogar Insekten gefressen.
Löwen jagen in Gruppen und versuchen ihr Opfer einzukreisen. Ist das Opfer dann gerissen, wird in der Regel die Halsschlagader zerbissen, so dass das Opfer verblutet, oder aber durch den Biss in den Hals die Kehle zugedrückt, bis das Opfer erstickt.
Körperbau
Männchen und Weibchen unterschieden sich stark voneinander (Geschlechtsdimorphismus). Die Männchen besitzen eine ausgeprägte Mähne am Kopf und z. T. auch am Bauch. Sie sind gut 30% größer und schwerer als die mähnenlosen Weibchen.
Maße:

Löwenmännchen
Männchen: Kopf <–> Rumpf: ca. 180 cm; Schulterhöhe: ca. 110 cm; Schwanzlänge: ca. 100 cm; Körpergewicht: durchschnittlich ca. 225 kg
Weibchen: Kopf <–> Rumpf: ca. 160 cm; Schulterhöhe: ca. 90 cm; Schwanzlänge: ca. 85 cm; Körpergewicht: durchschnittlich ca. 150 kg
Die Vorderbeine der Löwen sind sehr kräftig, sie besitzen ungefähr das 10fache der Kraft eines Menschen und können mit einem Hieb das Genick von Zebras brechen. Die eher untersetzt gebauten Löwen laufen wie alle Katzen auf ihren stark gepolsterten Zehen und erreichten auf kurze Strecken ca. 60 km/h.
Die eher leopardenartige Zeichnung der jungen Löwen verschwindet innerhalb des ersten Lebensjahres und nimmt dann den gelbbraunen Grundton der erwachsenen Löwen an. Im Gegensatz zu anderen Katzen, die schlitzartige oder ovale Pupillen besitzen, haben Löwen runde Pupillen.
Auf der Zungenoberseite befinden sich kleine Hornzähne, mit denen die Nahrung vom Knochen der Opfertiere geraspelt wird.
Fortpflanzung
Die Männchen werden mit etwa 5-6 Jahren geschlechtsreif, die Weibchen mit etwas 3 bis 4 Jahren. Sie sind in Abständen das gesamt Jahr über paarungsbereit und gebären nach einer Tragzeit von ca. 110 Tagen 2 bis 5 Junge je Wurf. Von jedem Wurf überreichen durch Nahrungsmangel und/oder Vernachlässigung nur rund 20% das zweite Lebensjahr. Wie bei Katzen üblich, sind die Jungen nach der Geburt blind und öffnen erst nach rund 2 Wochen die Augen.
Der Akt selbst erstreckt sich über etwa 5 Tage in denen es bis zu 40 Deckakte (Kopulationen) eines Männchens mit einem einzigen Weibchen gibt. Allerdings dauern diese Akte nur wenige Sekunden. Dabei verfällt das Weibchen in eine Art Duldungsstarre während das Männchen ihr in den Nacken beist. Danach springt das Männchen meist mit einem ordentlichen Satz nach hinten (Katzensprung) um keine Schläge vom Weibchen zu kassieren.
Soziales
Löwen leben in Rudeln, welche aus mehreren Weibchen und einer Reihe Jungtiere verschiedenen Alters bestehen und immer von einem starken Männchen angeführt werden. Die Nahrungsbeschaffung ist ausschließlich Aufgabe der Weibchen, die in der Regel in den kühlen Morgen- oder Abendstunden jagen. Hierzu schleichen sie sich so weit wie möglich an um dann aus der Deckung heraus anzugreifen. Obwohl die Jagd ausschließlich Aufgabe der Weibchen ist, frisst das Männchen immer zu erst von der Beute, danach fressen dann die Weibchen. Die Jungen fressen immer zuletzt, was bei extremem Nahrungsmangel oftmals zum Verhungern der Jungtiere führt. Löwen jagen nicht nur selbst, sie nehmen auch gerne Aas.

Löwenweibchen
Die Lebenserwartung in Freiheit beträgt ungefähr 15 Jahre, im Zoo werden sie auch bis zu 25 Jahre alt.
Die Rudelbildung macht die Löwen zu etwas besonderem unter den Großkatzen, denn alle anderen sind Einzelgänger. Sie leben in einem festen Revier, dass nur in absoluten Notsituationen verlassen wird. Im Rudel sind immer mehrere Männchen (3-4) die mit der Revierverteidigung vollauf beschäftigt sind. Innerhalb dieser Gruppe gibt es nur selten Rivalenkämpfe, Kämpfe innerhalb eines Rudels dienen hauptsächlich der rudelinternen Hierarchie. Die mitunter tödlichen Kämpfe zwischen Löwen treten eher mit umherziehenden Löwen auf, die sich dem Rudel anschließen bzw. es übernehmen wollen. Hat ein solcher “Eindringling” solch einen Kampf gewonnen, tötet er sehr häufig die Jungen des Vorgängers. Ein häufig in der Natur zu beobachtendes Verhalten. Diese Gruppen von Einzelgängern sind Zusammenschlüsse einzelner Männchen, die sich mit der Geschlechtsreife vom elterlichen Rudel trennen, um eine eigene Gruppe von Weibchen mit ihrem Revier zu erobern.
Das Revier eines Löwenrudels ist ca. 100 km² groß und verfügt über ausreichend Wasserstellen. Das Gebrüll der Löwen dient der Abschreckung von Artgenossen oder Futterneidern und ist mehrere Kilometer weit zu hören.
Quellen
Bodendorfer, Thomas: Zur Ernährungsbiologie des Leoparden Panthera pardus und des Löwen Panthera leo im Comoé- und Marahoué Nationalpark, Elfenbeinküste. Eine Untersuchung anhand von Kotproben. In: BOKU-Berichte zur Wildtierforschung und Wildbewirtschaftung. Band 10. Wien 1995.
Grzimek, Bernhard [Hrsg.]: Grzimeks Tierleben. Enzyklopädie des Tierreichs. Bd 13: Säugetiere – Bd. 4. München 1993.
Hemmer, Helmut: Untersuchungen zur Stammesgeschichte der Pantherkatzen (Pantherinae). Teil 3: Zur Artgeschichte des Löwen Panthera (Panthera) leo (Linnaeus 1758). In: Veröffentlichungen der Zoologischen Staatssammlung München. Bd. 17, Heft 4, S. 169 – 280. München 1974.
Morin-Garraud, S.: Anatomie et éthologie du lion (Panthera leo). Dissertation, Ecole Nat. Vét., Toulouse 2001.
Yamaguchi, Nobuyuki ; Cooper, Alan ; Werdelin, Lars ; Macdonald, David W.:Evolution of the mane and group-living in the lion (Panthera leo): a review. In: Journal of zoology, Bd. 263, Heft 4, S. 329-342. Cambridge : Univ. Press, 2004.
Mitarbeiter Zoo Rostock
http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00031-Loewe/MZ00031-Loewe.html
http://www.tierenzyklopaedie.de/tiere/loewe.html
http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6we
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Kommentare und Anmerkungen
fine
am 15. April 2010, 16:33 Uhr:
löwen sind super mega süß!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Anja
am 14. Mai 2010, 19:52 Uhr:
Schöner Artikel, aber ein paar mehr Bilder wären schon schön. UNd vielleicht auch ein paar mehr Artikel im Lexikon
Liane
am 19. Mai 2010, 12:03 Uhr:
deise bilder sind einfach der hammer!!!
Biologie-Wissen.info
am 20. Mai 2010, 02:00 Uhr:
Danke schön
Kurdenstyla
am 28. Mai 2010, 12:04 Uhr:
Ich muss was über löwen presäntieren
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