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Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana)

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Das größte Landsäugetier, der Afrikanische Elefant, in Stichworten. Neben den “üblichen” Informationen gibt es einen Vergleich mit dem Asiatischen Elefanten (Schwerpunkt Anatomie) und viele Besonderheiten, die man einfach wissen sollte. Allerdings liegt der Schwerpunkt beim Steppenelefanten, auf den (etwa 25%) kleineren afrikanischen Waldelefanten wird an dieser Stelle aufgrund der vielen Übereinstimmungen nicht explizit eingegangen.

Systematik

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Rüsseltiere (Proboscidea)
Familie: Elefanten (Elephantidae)
Art: Afrikanischer Elefant

Afrikanischer Elefant (weiblich)

Afrikanischer Elefant (weiblich)

Verbreitung & Lebensraum

Wälder, Savannen, Steppen, Halbwüsten im mittleren und südlichen Afrika, hauptsächlich in Nationalparks, da sie außerhalb immer noch gewildert werden

Ernährung

  • in der Natur: Gräser, Bambus, Wurzeln, Rinde, Holz, Früchte
  • in Zoos: hauptsächlich Heu; z. T. aber auch noch immer Kraftfutter (Getreidemischung), das ist aber nicht risikolos, da dies viel zu viele Nährstoffe bereitstellt und u. a. zu extremem Wachstum der Nagel führen kann
  • schlechte Futterverwerter, ca. 50% wird unverdaut wieder ausgeschieden, dadurch fressen sie 18-20 Stunden am Tag
  • reine Vegetarier, die schon vor Eiprodukten zurückschrecken (Milch im Brot soll aber erstaunlicher Weise akzeptiert werden)
  • fressen täglich ca. 100 kg und produzieren ca. 50 kg Dung pro Tag
  • trinken pro Tag ca. 70 bis 100 Liter
  • sehr lautstarke Verdauung

Körperbau

  • Körperhöhe: 2,5-4 m
  • Länge inkl. Rüssel: 6-7,5 m
  • Schwanz: 1-1,3 m
  • Gewicht: bis zu 4-7 t
  • jeder Kieferast trägt nur einen Backenzahn
  • Rüssel besteht aus Oberlippe und Nase, ist sehr empfindlich
  • Milchdüsen, wie bei Primaten, zwischen den Vorderbeinen, da zwischen den Hinterbeinen, aufgrund der vom Schwanzansatz hierher verlegten Geburtsöffnung, kein Platz mehr ist (Reduktion der Fallhöhe von 1,7 m auf 0,7 m)

Besonderheiten

Nase

  • Der Elefant hat angeblich den besten Riecher aller Landtiere und soll bis zu 30 Tiere gleichzeitig mit der Nase orten können. Sie können Wasser bis zu 10 km weit riechen
  • können die Knochen von Artgenossen auch in Knochenbergen mit anderen Großsäugern erkennen, einzelne Tiere können so jedoch nicht erkannt/unterschieden werden
  • kann Münze vom Boden aufheben, feinste Unebenheiten fühlen; mehrere Liter Wasser aufnehmen; Riechen oder als Waffe eingesetzt werden

Stoßzähne und Zähne

    Elefantenbaby

    Elefantenbaby

  • Stoßzähne sind keine Eckzähne, sondern dauerhaft wachsende obere Schneidezähne
  • elodonte Stoßzähne (wachsen ab dem 3. Jahr, dann ein Leben lang), ca. 10 cm/Jahr
  • stoßzahnlose Elefanten sind in Afrika selten, aber in einigen wenigen Regionen (z. B. Namibia) häufiger als andernorts
  • Stoßzähne wachsen bei Männchen schneller und mit zunehmender Geschwindigkeit
  • Stoßzähne der Weibchen wachsen insbesondere während der Pubertät langsamer
  • mit den Stoßzähnen werden Bäume entrindet, zum Imponieren verwendet oder als Waffe eingesetzt
  • Stoßzähne der Weibchen kleiner und leichter als die der Männchen
  • Backenzähne sind etwa so groß wie ein Backstein oder ein Packung Knäckebrot
  • es gibt 6 Zahnwechsel und jeder Backenzahn hält etwa 8-9 Jahre
  • Elefantenfriedhöfe gibt es nicht, aber Anhäufung älterer Elefanten in Gebieten mit weicherem Futter, dort akkumulieren sich die älteren Elefanten, weil sie aufgrund schlechter werdender Zähne immer schlechter kauen können

Füße und Fortbewegung

  • gehen auf Zehenspitzen und haben ein dickes Bindegewebspolster unter den Füßen, dadurch gehen sie extrem leise und hinterlassen auch nur wenige Spuren; sinken auch in Sand und Schlamm kaum ein
  • gehen im Passgang
  • Elefanten können klettern
  • können ausgezeichnete Schwimmen
  • Standartreisegeschwindigkeit: 4-8 km/h;
  • Sprint: bis 30 km/h für knapp 100 m, dabei “rennen” nur die Vorderbeine, die Hinterbeine rennen nicht, sondern gehen deutlich schneller

Ohren und Kommunikation

  • das äußere Ohr dient bei allen Elefanten zum Hören, als Signalgeber und zur Wärmeregulation
    • ungünstiges Verhältnis Körpervolumen zu Masse, daher haben Elefanten Probleme Wärme abzugeben
    • der Elefant hat keine/kaum Schweißdrüsen, daher erfolgt der Temperaturregulation über das feine Adernetz auf der Rückseite der Ohren
    • Ohren habe die Fläche von ca. 20% der Körperoberfläche; ist ihnen zu warm weiten sich die Gefäße und das Blut wird durch fächeln gekühlt; ist ihnen kalt verengen sich die Adern und es geht weniger Wärme verloren. Auf diese Weise können Elefanten ihre Gesamtkörpertemperatur um ca. 1° C nach oben oder unten korrigieren.
  • lautes „Klappen/Schlagen“ mit den Ohren ist das Zeichen zum Sammeln der Gruppe
  • haben ein sehr feines Gehör, das bis in den Infraschallbereich Töne wahrnimmt.
  • Elefanten sind Geruchstieren, kommunizieren aber auch viel über Töne und Gesten
  • ca. 70 Laute bekannt: Quieken, Grollen = Begrüßung; Trompeten = Angst, Drohung; Kontaktbrüllen = Lautäußerung um Gruppe zusammenzuhalten
  • Infraschall wird hauptsächlich über die großen Fußsohlen wahrgenommen
  • Reichweite der Infraschallsignale: bis 50 km
  • Elefanten reagieren bei Alarmrufen im Infraschallbereich hauptsächlich auf die Rufe der Familienmitglieder, das reduziert Fehlalarme

Haut

junges Elefantenweibchen

junges Elefantenweibchen

  • im Verhältnis gesehen ist Elefantenhaut nicht dicker als unsere
  • Haut recht empfindlich
  • Wälzen im Schlamm reinigt und pflegt die Haut und kühlt den gesamten Elefanten (Verdunstungskälte; die Schlammkruste reduziert dann die Sonneneinstrahlung)
  • bei der Geburt sind Elefanten noch recht dicht behaart, diese Haare gehen aber im Laufe der ersten Jahre größtenteils verloren

Fortpflanzung

  • ganzjährig paarungsbereit, keine explizite Brunftzeit, Nahrungsangebot spielt wichtigere Rolle
  • Tragzeit: 22 Monate, nur 1 Jungtier (Gewicht bei Geburt ca. 80-100 kg)
  • Säugezeit: bis zu 4 Jahre
  • Geschlechtsreife etwa ab 11. Lebensjahr
  • Elefantenkühe kommen um das 40. Lebensjahr in die Wechseljahre und werden unfruchtbar
  • Musth = Periode gesteigerter Testosteron-Produktion und gesteigerter sexueller Aktivität beim Bullen, tritt etwa ab dem 25. Lebensjahr auf
  • Musth erkennbar an gesteigerter Aggressivität, Sekretproduktion an Wangendrüsen und ständigem Harnlassen
  • Bullen in der Musth dominieren sogar über eigentlich stärkere Artgenossen

Nachwuchs/Elefantenkälber

  • Kälber schlafen deutlich länger und häufiger als Alttiere
  • Kälber bei Geburt bis 100 kg schwer und knapp 1 m groß
  • Kälber können ihren Rüssel erst nach 3-4 Monaten kontrollieren
  • erst im Alter von etwa 15 Jahren ausgewachsen

Unterschiede asiatischer und afrikanischer Elefant

Asien Afrika
kleiner größer
Männchen haben lange Stoßzähne,
Weibchen haben (wenn überhaupt)  nur kleine Stoßzähne
Männchen und Weibchen tragen lange Stoßzähne
zwei Höcker auf der Stirn abfallende Stirn
gerader oder buckeliger Rücken sattelförmige Rückenlinie
kleine Ohren große Ohren
Rüssel mit einem Greiffinger Rüssel mit zwei Greiffingern
Zehennägel vorn 5 hinten 4 Zehennägel vorn 4 hinten 3

Soziales

  • Elefanten sind Herdentiere und leben im Matriarchat, die Gruppe wird von einer alten, erfahrenen Kuh geführt
  • die Bullen entweder allein oder in Junggesellengruppen
  • Jungtiere in Kindergärten, in denen Mütter und Tanten die Kleinen umsorgen
  • sehr soziale Tiere, die nicht nur Jungtiere und Alte und Kranke beschützen

Verschiedenes

  • erwachsene Elefanten schlafen nur etwa 2-4 Stunden und wachen zwischendurch regelmäßig zum „Sichern“ auf; auch im Schlaf sind sie extrem empfindlich für Außenreize
  • schwerste rezente Landsäugetiere
  • besitzen sehr großes Gehirn und werden mit Primaten und Delfinen zu den intelligentesten Landbewohnern gezählt
  • Optik ist nicht, wie frühe angenommen schlecht, sondern ebenso gut entwickelt wie die von Pferden
  • Elefanten und Paviane sind die einzigen Tiere Afrikas, die Löcher graben um Wasser zu finden
  • Grzimek fand heraus, dass sie keine Angst vor Mäusen haben, wohl aber vor Kaninchen und Dackeln, weil die Mäuse im Lebensraum der Elefanten vorkommen und keine Gefahr bedeuten. Kleine Hunde oder Kinder verhalten sich in unseren Breiten jedoch anders, zeigen keine Angst, weichen nicht zurück und machen Lärm, das irritiert oder verängstigt die Elefanten
  • häufigste Drohgebärde: Rüssel heben, die Ohren schwenken, Staub auftreten und Kopf hin und her schütteln

Quellen

  • Mitarbeiter der Zoos Rostock, Leipzig, Hamburg, Duisburg, Stuttgart
  • Grzimek, Bernhard (Hg.): Grzimeks Tierleben. Säugetiere, Bd. 3. (Enzyklopädie des Tierreichs in 13 Bänden) München 1993.
  • http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00030-Elefant/MZ00030-Elefant.html
  • http://www.tierenzyklopaedie.de/tiere/elphanta.html
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanischer_Elefant

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Kommentare und Anmerkungen

  • ► Haben Elefanten Angst vor Mäusen? mit Video
    am 8. November 2010, 15:16 Uhr:

    [...] Die Ansicht, dass Elefanten Angst vor Mäusen haben, hält sich seit Jahren hartnäckig. Aber woher kommt das eigentlich und stimmt es überhaupt? [...]

  • nura
    am 11. Dezember 2010, 15:14 Uhr:

    Das ist eine gute und hilfreiche Information, besonders die Gegenüberstellung Asiatischer und Afrikanischer Elefant. Mehr davon und mach weiter so!

  • Watussirind (Bos primigenius taurus) | Lexikon | Biologie-Wissen.info
    am 7. November 2011, 18:12 Uhr:

    [...] Wie alle Rinder sind auch die Watussirinder Wiederkäuer und nutzen ihre Nahrung (wie Schafe, Ziegen oder Kamele) aber durch die vier Mägen (Pansen, Netzmagen, Blättermagen, Labmagen) und das zweite Kauen deutliche besser als andere Pflanzenfresser wie Pferde oder Elefanten. [...]

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